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Institutioneller Antiziganismus: Herausforderung erkennen, Teilhabe stärken, Inklusion gestalten

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Institutioneller Antiziganismus: Herausforderung erkennen, Teilhabe stärken, Inklusion gestalten

Leitung:  Prof. Dr. Dirk Lange
Team:  Tobias Neuburger, Patrick Bredl; Studentischer Mitarbeiter: Norik Mentzing
Jahr:  2021
Förderung:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur – Ausschreibung „Zukunftsdiskurse“
Laufzeit:  2021–2022

Kooperationspartner:

  • Bildungsforum gegen Antiziganismus, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
  • Kompetenzstelle gegen Antiziganismus, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
  • Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung
  • Hochschule Hannover
  • Kommunale Hochschule für Verwaltung Niedersachsen

Projektbeschreibung:

Engagierte Wissenschaft bedeutet nicht nur, Wissen zu mehren, sondern auch, dieses Wissen in die Öffentlichkeit zu tragen und am demokratischen Diskurs mitzuwirken. Dies trifft in besonderem Maße auf Forschung in gesellschaftlichen Konfliktfeldern zu, die Fragen von Inklusions-/Exklusionspraktiken und damit verbundenen Aushandlungsprozessen von Mitgliedschaft, Teilhabe und Ausschluss betreffen. 

Das Transferprojekt „Institutioneller Antiziganismus: Herausforderungen erkennen, Teilhabe stärken, Inklusion gestalten“ widmet sich einem solchen Konfliktfeld. Es knüpft an ein von uns durchgeführtes Forschungsprojekt über Mechanismen des institutionellen Antiziganismus in der kommunalen Praxis an, das wir im Auftrag der Unabhängigen Kommission Antiziganismus durchgeführt haben. Hier haben wir am Beispiel einer westdeutschen Großstadt die kommunale Bearbeitung einer als ‚Armutszuwanderung‘ stigmatisierten EU-Binnenmigration aus Rumänien und Bulgarien empirisch untersucht. Die zentralen empirischen Befunde unserer Studie verweisen diesbezüglich nicht einfach nur auf unangemessene institutionelle Praktiken, sondern auf einen teils versteckten, teils offenen antiziganistischen Diskurs, der in behördlichen Routinen handlungsleitend wird – und nachhaltig die (stadt-)gesellschaftliche Teilhabe von als Roma gelesenen Newcomern verhindert.

Anliegen unseres „Zukunftsdiskurses“ ist es, ausgehend von unseren Forschungsbefunden, mit Vertreter:innen politischer Selbstorganisationen der Sinti und Roma, Bildungseinrichtungen der historisch-politischen Bildung sowie mit Ausbildungsstätten kommunaler Verwaltungen und sozialer Arbeit die Problematik des institutionellen Antiziganismus zu diskutieren und Lösungsansätze zu dessen Überwindung zu erörtern. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Bildungsforum gegen Antiziganismus des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, der Kompetenzstelle gegen Antiziganismus der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, der Niedersächsischen Landeszentrale für politischer Bildung, der Hochschule Hannover und der Kommunalen Hochschule für Verwaltung Niedersachsen durchgeführt.