Kontaktdaten
Das Projekt VAR wird von Bastian Vajen und Alrun R. Vogt umgesetzt. Bei Fragen oder Hinweisen wenden Sie sich daher gerne an:
30167 Hannover
30167 Hannover
Projekt
Aktueller Fortschritt
April 2024
September 2023
Erste Erprobungsphase
Projektbeginn
Im Anschluss an den Projektbeginn konnte im September die Modulentwicklung erfolgreich eingeleitet werden. Diese ergab als Output sechs Module, die einen umfassenden Einstieg in die Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien bieten. Neben allgemeinen Informationen durchlaufen die Module themenspezifische Schwerpunkte wie die Thematisierung von antisemitischen, wissenschaftsfeindlichen und systemkritischen Inhalten. Darüber hinaus dienen sie als Mittel zur Erarbeitung von Handlungsstrategien und Medienkompetenzen in der Praxis.
Ergebnisse
Im Rahmen des Projekts „Verschwörungstheorien als Analyse- und Reflexionsgegenstand“ (VAR) wurden sechs Module entwickelt, welche einen zeitlichen Umfang von jeweils 90 Minuten beanspruchen. Mittels mehrfacher Erprobung und Evaluation entstehen wirksame Lehrinhalte, die sich für die niedrigschwellige Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse für Lerngruppen mit Jugendlichen ab 16 Jahren eignen.
-
Modul 01 - Crashkurs Verschwörungstheorien
Die Grundlagen zur Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien vermittelt das erste Modul in Form eines Crashkurses. Die Teilnehmenden erhalten über die Analyse eines Rap-Songs einen ersten Zugang zum Thema und recherchieren eigenständig zu der Vielfalt von Verschwörungstheorien. Darüber hinaus erarbeiten sie sich wesentliche Charakteristiken, Funktionen und Narrative, die als Erkennungsmerkmale von Verschwörungstheorien gelten.
VAR-M1.pdfPDF, 1 MB -
Modul 02 - Ins Gespräch kommen: Wie reagiere ich auf Verschwörungstheorien?
Das zweite Modul fragt nach angemessenen Umgangsweisen im Austausch mit verschwörungstheoretischen Aussagen. Aufbauend auf einem Leitfaden, der explizite Ratschläge an die Hand gibt, wird Raum geschaffen, um Gesprächsstrategien in Kleingruppen zu erproben. Dies soll die Teilnehmenden ermutigen, auch in der Realität Stellung zu verschwörungstheoretischen Inhalten zu beziehen und einer Isolation von Verschwörungstheoretiker*innen entgegenzuwirken.
VAR-M2.pdfPDF, 1 MB -
Modul 03 - Wissenschaftsfeindlichkeit von Verschwörungstheorien
Das dritte Modul geht auf den wissenschaftsfeindlichen Charakter als einen problematischen Aspekt von Verschwörungstheorien ein. So sollen die Teilnehmenden in diesem Modul lernen, welche Ansprüche an wissenschaftliches Arbeiten gestellt werden. Dem wissenschaftlichen Forschungsprozess wird die Argumentationsstruktur und vermeintliche Beweisführung von Verschwörungstheorien gegenübergestellt, sodass die Teilnehmenden die entscheidenden Unterschiede herausarbeiten können. Daraus schlussfolgernd soll die Lerngruppe gemeinsam reflektieren, welche Bedeutung Wissenschaft für das gesellschaftliche Miteinander hat und wo Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis liegen.
VAR-M3.pdfPDF, 2 MB -
Modul 04 - Antisemitische Verschwörungstheorien im Zeitverlauf
Neben der Wissenschaftsfeindlichkeit und dem Radikalisierungspotenzial, das Verschwörungstheorien bergen, sind die historisch überdauernden antisemitischen Narrative kennzeichnend. Mit Hilfe des vierten Moduls wird gezeigt, dass Verschwörungstheorien kein neues Phänomen sind, das erst seit der COVID-19-Pandemie existiert, sondern dass diese den gesellschaftlichen Antisemitismus seit Jahrhunderten reproduzieren. Dadurch soll den Teilnehmenden bewusster werden, dass Antisemitismus auch noch heute präsent ist und durch zahlreiche Verschwörungstheorien fortgeschrieben wird.
VAR-M4.pdfPDF, 3 MB -
Modul 05 - Kritische Meinungsbildung
Ferner soll das Spannungsverhältnis zwischen verschwörungstheoretischen Aussagen und Inhalten und Meinungsfreiheit betrachtet werden. Die Lerneinheit spiegelt die Herausforderungen einer demokratischen Diskussionskultur wider, indem verschwörungstheoretische Aussagen kritisch eingeordnet werden und die Lernenden sich ihr eigenes Urteil, wie mit verschwörungstheoretischen Aussagen umgegangen werden soll, bilden.
VAR-M5.pdfPDF, 851 KB -
Modul 06 - Verschwörungstheorien in Sozialen Medien
Orte der Verbreitung verschwörungstheoretischer Inhalte finden sich vor allem im digitalen Raum, der wie ein Katalysator für ihre Verbreitung wirkt. Sie fördern nicht nur die Isolation und Bestärkung von Verschwörungstheoretiker*innen, sondern können auch durch ihr subtiles Vorgehen über die sozialen Netzwerke an Jugendliche gelangen. Dies erschwert, Verschwörungstheorien direkt auf Anhieb als solche zu erkennen. Um die Medienkompetenz der Jugendlichen zu stärken, bietet das sechste Modul die Möglichkeit, sich insbesondere mit dem Phänomen Verschwörungsinfluencing auseinanderzusetzen.
VAR-M6.pdfPDF, 910 KB