Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die Konkretisierung und Prüfung des theoretisch begründbaren, aber in der quantitativen Sozialforschung bisher kaum näher untersuchten Zusammenhangs zwischen unterschiedlichen Erkenntnisformen in der anerkennenden und erweiterten Zuwendung zur Welt (und den Dingen, Sachverhalten und Menschen in der Welt) einerseits und des Antisemitismus bzw. einer antisemitischen Weltsicht andererseits.
Wesentlich in Referenz auf die negative Dialektik Theodor W. Adornos und der in dieser enthaltenen normativen Theorie des Gebrauchs von Begriffen werden dabei zwei Facetten in den Fokus gerückt: a) das Identitätsdenken; b) die Erkenntnis des Nichtidentischen inkl. der Dimension Ungewissheitstoleranz. Diese beiden Facetten werden theoretisch fundiert ausdifferenziert, mithin begründet in einen Zusammenhang mit Antisemitismus gestellt, sodann skaliert und so für eine quantitativ ausgelegte Sozialforschung aufbereitet und schließlich pilotiert und getestet.
Im Ergebnis steht zu erwarten, dass der Fachdiskurs zum Antisemitismus um neue empirische Befunde sowie die quantitativ ausgelegte Antisemitismusforschung um neue, empirisch getestete Messinstrumente und Items bereichert werden kann. Die Grundlagen und Befunde des Forschungsvorhabens werden nicht nur öffentlich zugänglich gemacht, sondern auch in pädagogische Konzepte für die Erwachsenenbildung an Instituten für Erwachsenen- und Weiterbildung, Volkshochschulen, Universitäten und Hochschulen überführt.
Partnerschaften in diesem Projekt
Institut für Didaktik der Demokratie
Als Forschungsinstitut konzentrieren wir uns auf die politische Bildung auf nationaler und internationaler Ebene. Der Umgang mit antidemokratischen Tendenzen und die Entwicklung von Instrumenten zu deren Bekämpfung ist eine unserer Kernkompetenzen.
Dr. Elizaveta Firsova-Eckert ist leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Didaktik der Demokratie und hat zur Politischen Bildung zum Nahostkonflikt promoviert. Als Leitung bei AWA sind wir neben der Koordination und der Projektverwaltung zusammen mit der IU Leipzig für die inhaltliche Entwicklung des Projekts verantwortlich.
Verbundspartner: IU Leipzig
Die IU Internationale Hochschule ist eine im Jahr 1998 gegründete, nach thüringischem Hochschulrecht staatlich anerkannte, private Hochschule und versteht sich als Kompetenzzentrum für Forschung (https://www.iu.de/forschung) und Lehre im Fern- und dualem Studium. Mirko Niehoff ist Professor für Soziale Arbeit im Dualen Studium. Im Rahmen des Forschungsprojektes ist die IU Leipzig neben dem IDD für die inhaltliche Entwicklung des Projekts verantwortlich.
Praxispartner
Als Praxispartner im Projekt AWA kommt der VHS Hannover und der AEWB Hannover eine zentrale Bedeutung bei der passgenauen Entwicklung aller Messinstrumente und pädagogischen Materialien zu. Darüber hinaus sind sie eine wichtige Ansprechpartner*innen für die bevorstehende bundesweite Datenerhebung in der Erwachsenenbildung zu Anerkennender Weltzuwendung und Antisemitismus.
Vorträge & Publikationen
Hier veröffentlichen wir in Zukunft alle Vorträge und Publikationen zum Projekt.
Förderung