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KLIMA-AKTIV. Klimaschutz aktiv gestalten & politische Handlungskompetenz entwickeln

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KLIMA-AKTIV. Klimaschutz aktiv gestalten & politische Handlungskompetenz entwickeln

Leaders:  Prof. Dr. Dirk Lange
Team:  Steve Kenner
Year:  2021
Sponsors:  Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Lifespan:  01/2021-12/2023

Der Prozess einer tiefgreifenden Klimaschutz-Transformation (Climate Action; SDG 13) braucht aktive „Change Agents“ bzw. lokale Akteur*innen des Wandels. Studien der Jugendforschung belegen, dass sich junge Menschen mit globalen Fragen und auch mit Umweltfragen auseinandersetzen und ihre Bereitschaft sich politisch zu beteiligen steigt. Auch die Bewegung Fridays for Future (FFF) zeigt, dass bei einer Gruppe junger Menschen aus der Bereitschaft auch tatsächliches klimapolitisches Engagement erwächst. Allerdings hängen sowohl die Partizipationsbereitschaft, als auch die Realisierung von sozialem und politischem Engagement von vielfältigen Faktoren, wie beispielsweise dem Bildungsstand, ab. Das hier skizzierte Projekt soll es Jugendlichen ermöglichen, als Veränderungsakteur*innen (lokale) Klimaschutztransformationen voranzutreiben und die hierfür notwendigen Kompetenzen zu erwerben (klimamündige Bürger*innen, SDG 4). Dafür soll in dem geplanten Modellprojekt mit mehr als 120 Schüler*innen aller Schultypen (Gymnasium, Gesamt- und Berufsschule) handlungsorientiert und klimapolitisch anhand selbstbestimmter Klimaschutz-Aktionen politische Lernerfahrungen gesammelt und reflektiert werden.

Die Institut für Didaktik der Demokratie (IDD) kooperiert hierfür mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg. Es werden Strukturen sowie Lehr-Lernsetting aufgebaut, erprobt und reflektiert, die das jugendpolitische Klima-Engagement nachhaltig in der Region verankert und zugleich eine Übertragung von der Modellregion Lüchow-Dannenberg auf andere Regionen ermöglicht.

Anknüpfend auch an eigene Erfahrungswelten entwickeln die Schüler*innen Strategien und Möglichkeiten zum aktiven Handeln aus vielfältigen Dilemmasituationen heraus. Die Themen wählen die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen dafür selbst. Beispielhaft werden im Antrag die Felder Mobilität, Lebensmittelversorgung und Digitalisierung skizziert. Im Zuge des auf drei Jahren angesetzten Projektes stehen, neben der Entwicklung und dem Ausloten von kooperativen und kollaborativen Strategien, auch die Einbeziehung von unterstützenden Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Politik und/oder Wirtschaft im Fokus. Kinder und Jugendliche sollen im Rahmen des Projektes Kompetenzen stärken und erwerben, die es ihnen erlauben, Unsicherheiten in Transformationsprozessen auszuhalten (Frustrationstoleranz, Ambiguitätstoleranz).

Für klimapolitische Dilemmasituationen sollen Urteile über verschiedene Handlungsmöglichkeiten erarbeitet und partizipativ in konkrete Klimaschutzaktivitäten übersetzt werden. Dafür ist das Projekt in fünf Phasen - begleitet durch mehr als 30 Workshops und Exkursionen - eingeteilt, wobei zunächst Themenfelder, Interessenlage und Politikfelder analysiert (Phase 1), Dilemmata identifiziert sowie Klimaschutz-Projekte geplant (Phase 2) und umgesetzt (Phase 3) werden. Anschließend werden die Lern- und Partizipationserfahrungen reflektiert (Phase 4) und eine Verstetigung des jugendpolitischen Klima-Projekts in Schule und sozialem Nahraum vorbereitet (Phase 5). In allen Phase soll die fachwissenschaftliche Expertise (u.a. Prof. Dr. Bernd Overwien & Institut für Didaktik der Demokratie), politische Entscheidungsträger vor Ort (u.a. über den Landkreis), aber auch ‚Peer Educator‘ (bspw. über regionale Klimagruppen, wie die Ortsgruppe der Fridays for Future Bewegung) eingebunden werden.

Um eine Übertragbarkeit des Modellprojektes auch auf andere Regionen zu gewährleiten, wird der Prozess wissenschaftlich durch die Koordination am Institut für Didaktik der Demokratie begleitet. Außerdem werden in dem Prozess der Umsetzung des Projekts didaktische Materialien entwickelt. In Kombination mit der Veröffentlichung von fachwissenschaftlicher Expertise sowie der Video- und Printdokumentation des Prozesses, soll darüber hinaus die Grundlage für eine Online-Lehr-Lernprotal zu jugendpolitischem Klima-Engagement geschaffen werden.