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TEACH - Targeting Extremism and Conspiracy Theories

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TEACH - Targeting Extremism and Conspiracy Theories

Leaders:  Dr. Sebastian Fischer
Team:  Elizaveta Firsova, Bastian Vajen
Year:  2019
Sponsors:  Erasmus+ Programm (EU)
Lifespan:  09/2019 - 02/2022

Verschwörungstheorien und Falschinformationen nehmen einen deutlich stärkeren Einfluss auf öffentliche Diskurse als noch vor einigen Jahren und sind mittlerweile über unterschiedlichste Informationskanäle einem großen Teil der deutschen, aber auch der europäischen Bevölkerung präsent (Butter 2018). Aktuelle empirische Befunde zeigen dabei sowohl international eine steigende Anzahl von Personen, die an mindestens eine Verschwörungstheorie glauben - in Deutschland ist es mittlerweile jede*r Vierte - , als auch einen Überhang von älteren erwachsenen Personen in diesem Bereich (Butter 2018, Decker, Kiess and Brähler 2013, van Prooijen and Douglas 2017). Diese Verschwörungstheorien stellen dabei häufig die demokratische Grundordnung, grundlegende Menschenrechte und die europäische Kooperation in Frage und sind teilweise eng mit extremistischen Ansichten verknüpft.

Vor dem Hintergrund eines Überhangs von älteren erwachsenen Personen rücken Erwachsenenbildungseinrichtungen in den Fokus von Bildungsprojekten. Im deutschen Raum gibt es diesbezüglich bisher vor allem vereinzelte, häufig einmalige Bildungsangebote einzelner Volkshochschulen (VHS Rostock, Chemnitz oder Friedrichshafen bieten bspw. Kurse an). Allerdings ist bisher noch kein übergreifender Umgang mit diesem Phänomen bekannt. Im Zusammenhang mit der steigenden Präsenz von Verschwörungstheorien im gesamteuropäischen Raum gilt es daher zum einen herauszufinden, in welchem Umfang diese Phänomene auch in die Erwachsenenbildung ausstrahlen und zum anderen, Weiterbildungsangebote zu entwickeln, die die Bekämpfung von Verschwörungstheorien und Falschinformationen als Querschnittsaufgabe der Erwachsenenbildung begreifen und Bildnerinnen und Bildner in allen Bereichen, besonders aber in der politischen und kulturellen Bildung, im Umgang mit diesen Theorien schulen. Daher sollen in diesem Projekt zum einen die Bedarfe von Erwachsenenbildungseinrichtungen im Umgang mit Verschwörungstheorien tiefgreifender erhoben und Instrumente für ein kontinuierliches Monitoring durch Erwachsenenbildungseinrichtungen entwickelt und bereitgestellt werden, und zum anderen ein Konzept erarbeitet werden, dass die Bildnerinnen und Bildner für einen souveränen Umgang mit den in ihrem Umfeld relevanten Theorien befähigen. Hierbei wird ein besonderer Wert auf die europäische Kooperation bei der Erarbeitung gelegt, um eine Anwendungsmöglichkeit der Outputs in allen Ländern der EU sicherzustellen.

Die unmittelbare Zielgruppe des Projektes sind Bildnerinnen und Bildner der Erwachsenenbildung. Da Verschwörungstheorien vermehrt in der Mitte der Gesellschaft ankommen und wie zuvor bereits angesprochen vor allem auch bei älteren Menschen präsenter geworden sind, soll ein Konzept erarbeitet werden, dass für alle Lehrenden in Erwachsenenbildungseinrichtungen geeignet ist. Auch, wenn Bildnerinnen und Bildner im politischen oder kulturellen Bereich deutlich häufiger mit diesen in Berührung kommen als beispielsweise Lehrende im informatisch-technischen Bereich, sollen die Programme nicht allein auf erstere zugeschnitten werden. Es geht darum, die Bekämpfung von Verschwörungstheorien als Querschnittsaufgabe von Erwachsenenbildungseinrichtungen zu etablieren. Daher sollen Bildner*inenn aus allen Bereichen der Bildungsangebote sowohl in der Erkennung von Verschwörungstheorien, und damit auch der kritischen Hinterfragung der eigenen Sichtweisen, sowie in dem diskursiven Umgang mit diesen geschult werden. Die mittelbare Zielgruppe sind dabei die Personen, die Weiterbildungsangebote in der Erwachsenenbildung wahrnehmen. Auch hier soll wie bei den Bildner*innen kein Fokus auf genuin gesellschaftswissenschaftliche Bereiche der Erwachsenenbildung gelegt werden, sondern Lernende aus allen Lernfeldern mit einbezogen werden. Um so ein Konzept möglichst passgenau erarbeiten zu können, gilt es allerdings zunächst, die Erfahrungen und Bedarfe der Erwachsenenbildungseinrichtungen in diesem Zusammenhang zu erheben und ein Instrument für eine kontinuierliche Prüfung durch die Einrichtungen selbst zu erstellen. Dieses richtet sich dabei unmittelbar an Führungspersonen in der Erwachsenenbildung, die mithilfe des in diesem Projekt erarbeiteten Instrumentes passgenau die Bedarfe ihrer Bildner*innen erheben und darauf mit den im weiteren in diesem Projekt erarbeiteten Bildungskonzepten reagieren können.

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