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Cultural Heritage als Ressource? (CHER) Konkurrierende Konstruktionen, strategische Nuttzungen und multiple Aneignungen kulturellen Erbes im 21. Jahrhundert

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Cultural Heritage als Ressource? (CHER) Konkurrierende Konstruktionen, strategische Nuttzungen und multiple Aneignungen kulturellen Erbes im 21. Jahrhundert

Leitung:  apl. Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann
Team:  Jana Stoklasa, Marius Lahme, Mitarbeitende; Florian Grawan, Jenny Hagemann, Malte Kleinschmidt, Raimund Lazar, Dr. Christine Schoenmakers, Deborah Sielert
Jahr:  2019
Förderung:  Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Laufzeit:  10/2016 - 10/2020

Wird kulturelles Erbe als Ressource eingesetzt und wenn ja, wie und von wem? Diese Fragen beschäftigen seit Oktober 2016 die neun (Post-)Doktorand_innen im Forschungsverbundprojekt „Cultural Heritage als Ressource? Konkurrierende Konstruktionen, strategische Nutzungen und multiple Aneignungen kulturellen Erbes im 21. Jahrhundert“ (CHER). Das Forschungsprojekt läuft insgesamt vier Jahre und vereint so unterschiedliche Disziplinen wie Soziologie, Politologie, Bildungs-und Geschichtswissenschaften.

Kulturelles Erbe existiert nicht aus sich selbst heraus, sondern ist Ergebnis zwischenmenschlicher Interaktion. Es entsteht, wenn wir (einem bestimmten Teil) der Vergangenheit Bedeutung verleihen und diese(n) damit für erhaltens- bzw. erinnernswert erklären. Konflikte sind vorprogrammiert, denn was der eine für wichtig erachtet, zu dem hat ein anderer womöglich nur wenig Bezug. Kulturelles Erbe ist daher immer gegenwartsbezogene Vergangenheitsdeutung, die Menschen für unterschiedliche Zwecke einsetzen: Neben seiner identitätsstiftenden Funktion dient es z.B. als Legitimation einer bestimmten Politik, es kann touristisch-ökonomisch in Wert gesetzt oder in gegenkultureller Form angeeignet werden.

Die Teilprojekte widmen sich besonders den Akteuren, ihren Motiven und Strategien sich Vergangenheit als kulturelles Erbe zu erschließen und dieses für eigene Ziele zu nutzen. Das Spektrum der Untersuchungsfelder reicht vom Umgang mit Traditionen und Überresten in Städten und im ländlichen Raum, über Identitätskonstruktionen in Einwanderungsgesellschaften sowie in Mikromilieus wie Sport- oder Kleingartenvereinen, bis hin zu Vorstellungen von Schülern über (Welt-)Kulturerbe. Zu erwarten sind spannende Ergebnisse – das haben unsere bisherigen Diskussionen über die Disziplinengrenzen hinweg bereits gezeigt. Wer mehr erfahren möchte, kann sich unter www.cher.uni-hannover.de informieren.